Schlafstörungen
Wer kennt es nicht? Gerade im Sommer oder in stressigen Zeiten schlafen wir alle einmal schlechter. Warme Nächte, ein voller Kopf oder Sorgen können unseren Schlaf vorübergehend beeinträchtigen. Das ist völlig normal.
Wenn Schlafprobleme jedoch über Wochen oder Monate bestehen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn Schlaf ist weit mehr als eine Pause. Er ist die wichtigste Regenerationszeit für Körper und Geist.
Während wir schlafen, laufen in unserem Körper zahlreiche Reparatur- und Erholungsprozesse ab. Das Gehirn verarbeitet Erlebnisse des Tages, das Immunsystem wird gestärkt, Hormone werden reguliert und Zellen erneuern sich. Auch Muskeln, Organe und das Nervensystem nutzen diese Zeit, um sich zu regenerieren. Kurz gesagt: Ein guter Schlaf ist eine der wichtigsten Grundlagen für unsere Gesundheit.
Fehlt diese Erholung über längere Zeit, kann sich das auf viele Bereiche unseres Lebens auswirken. Typische Folgen sind:
Müdigkeit und Erschöpfung
Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Stimmungsschwankungen oder erhöhte Reizbarkeit
Weniger Belastbarkeit im Alltag
Ein geschwächtes Immunsystem
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Schlaf als die wichtigste Zeit betrachtet, in der sich unsere Lebensenergie und unsere körperlichen Reserven wieder auffüllen. Kann der Körper diese nächtliche Regeneration nicht ausreichend nutzen, geraten verschiedene Systeme aus dem Gleichgewicht. Deshalb fragt die TCM nicht nur: "Schläfst Du schlecht?", sondern vor allem: "Wie schläfst Du schlecht?"
Kannst Du Dich in einem dieser Muster wiedererkennen?
"Ich bin todmüde, aber sobald ich im Bett liege, bin ich hellwach."
Du liegst im Bett und plötzlich beginnt das Gedankenkarussell. Gespräche vom Tag werden nochmals durchgespielt, To-do-Listen tauchen auf und an Einschlafen ist nicht zu denken. Der Körper findet einfach nicht in den Ruhemodus.
"Ich wache jede Nacht zwischen 1 und 3 Uhr auf."
Du schläfst problemlos ein, wirst aber immer ungefähr zur gleichen Zeit wach und liegst dann lange wach.
Aus Sicht der TCM kann dies mit anhaltendem Stress oder emotionalen Belastungen zusammenhängen.
"Ich bin morgens um 4 oder 5 Uhr wach und die Nacht ist vorbei."
Obwohl Du eigentlich noch müde bist, kannst Du nicht mehr einschlafen. Tagsüber fühlst Du Dich erschöpft, unkonzentriert oder ausgelaugt.
In der TCM wird dieses Muster häufig mit einer mangelnden Regeneration des Körpers in Verbindung gebracht. Oft fehlen dem Organismus die nötigen Reserven, um den Schlaf aufrechtzuerhalten.
“Ich schrecke immer wieder auf."
Manche Menschen schlafen zwar ein, wachen aber plötzlich mit Herzklopfen auf oder träumen sehr intensiv. Der Schlaf fühlt sich leicht und wenig erholsam an.
Häufig begleiten dieses Muster: Herzklopfen, Nervosität, viele oder intensive Träume
"Ich träume unglaublich viel und wache wie gerädert auf."
Nicht jeder erinnert sich an seine Träume. Wenn Träume jedoch sehr intensiv sind oder Du das Gefühl hast, die ganze Nacht "unterwegs" gewesen zu sein, kann dies ebenfalls ein Hinweis darauf sein, dass Dein Körper nachts nicht richtig zur Ruhe kommt.
"Nach einem schweren Abendessen schlafe ich besonders schlecht."
Kommt Dir das bekannt vor?
Völlegefühl, Sodbrennen, Saures Aufstossen, Unruhiger Schlaf, Häufiges Erwachen
Die Verdauung arbeitet dann noch auf Hochtouren, obwohl der Körper eigentlich regenerieren möchte. Das gleiche kann es geben bei zu viel Rohkost am Abend.
Schlafstörungen haben viele Ursachen
Es gibt also viele Gründe wieso man nicht gut schlafen kann und daher braucht es auch verschiedene Behandlungsansätze bei Schlafproblemen.
Genau deshalb schaut die TCM immer den ganzen Menschen an. Schlaf, Verdauung, Energie, Emotionen, Ernährung und Lebensstil gehören zusammen. Zwei Menschen mit denselben Schlafproblemen erhalten deshalb oft unterschiedliche Behandlungen.
Was du selbst tun kannst um besser zu schlafen
Oft helfen bereits kleine Veränderungen im Alltag:
Möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett gehen
Idealerweise vor 22 Uhr schlafen gehen
Abends leichte Mahlzeiten bevorzugen, kein Fleisch, wenig Kohlenhydrate, keine Rohkost.
Schwere, fettige oder sehr scharfe Speisen vermeiden
Kaffee, Schwarztee und andere koffeinhaltige Getränke am Nachmittag reduzieren
Alkohol nur in kleinen Mengen geniessen
Eine Stunde vor dem Schlafengehen auf Handy, Tablet und Fernseher verzichten und dafür ein Buch lesen.
Das Schlafzimmer kühl und gut gelüftet halten
Entspannungsrituale wie Atemübungen, Bodyscan oder ein warmes Fussbad in den Abend integrieren
Gute Nachtgeschichte (Calm app)
Neowake (Neuromusik, manchen hilft es)
Lavendel neben das Kopfkissen
Wenn dein Kopf meint, er müsse Probleme in der Nacht lösen, Block auf den Nachttisch, Notiz machen und weiterschlafen. Es werden keine Probleme in der Nacht gelösst.
Wichtig versuche die Massnahmen, die dir einfach fallen, so dass du nicht noch mehr Aufmerksamkeit dem “nicht schlafen können” gibst.
Auch aus der Pflanzenheilkunde gibt es sanfte Unterstützungsmöglichkeiten. Bewährt haben sich beispielsweise die Sommerlinde in der Gemmotherapie oder die Passiflora (Passionsblume) von Ceres, die viele Menschen als beruhigend und entspannend erleben, auch Schüsslersaltz Nr. 7 (heisse 7) oder Nr. 2 können schon eine Verbesserung der Schlafqualität erreichen oder natürlich Magnesiumglycinat.
Wann macht eine TCM Behandlung Sinn?
Wenn Schlafprobleme über mehrere Wochen bestehen, immer wiederkehren oder Du Dich morgens trotz ausreichend Schlaf nicht erholt fühlst, lohnt es sich, die Ursachen genauer abzuklären.
Das Ziel der TCM ist nicht nur, die Schlafqualität zu verbessern, sondern das individuelle Ungleichgewicht zu erkennen und zu behandeln. So kann sich der Schlaf auf natürliche Weise wieder regulieren.